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Rotkreuz-Museum vogelsang ip erhält Castiglione-Preis 2025

Schleiden, 27.02.2026. Das Deutsche Rote Kreuz hat die Castiglione-Preise 2025 verliehen. Die feierliche Preisverleihung fand – passend zum Charakter eines Geschichtspreises – im Rotkreuz-Museum Vogelsang ip statt. Einer der beiden Preise ging in diesem Jahr an das Museum selbst und würdigt dessen herausragende Arbeit in der Vermittlung der Rotkreuzgeschichte.

Geschichte lebendig vermitteln

Mit dem Preis würdigt das Deutsche Rote Kreuz das Engagement des Rotkreuz-Museums und der Rotkreuzakademie Vogelsang, Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern aktiv erlebbar zu machen. Das Team verbindet historische Aufarbeitung mit aktuellen humanitären Fragestellungen und schafft so einen lebendigen Zugang zu den Werten und Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Besonders hervorgehoben wurden die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ausstellung sowie die internationale Zusammenarbeit, etwa im Rahmen des jährlich stattfindenden Humanity Campus. Gemeinsam mit Teilnehmenden aus zahlreichen Ländern entstehen dort neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart humanitärer Arbeit.

„Das Rotkreuz-Museum Vogelsang zeigt eindrucksvoll, wie Geschichtsvermittlung Menschen zusammenbringen und Orientierung für heutiges humanitäres Handeln geben kann. Besonders beeindruckend ist der Teamgedanke, der dieses Projekt trägt“, betonte Dr. Volkmar Schön, Vorsitzender der Jury und ehemaliger DRK-Vizepräsident, bei der Preisverleihung.

Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Präsident des DRK Landesverbandes Nordrhein, ist stolz, dass die Auszeichnung dieses Jahr an eine Einrichtung aus dem Landesverband Nordrhein geht: „Dies ist für uns Anerkennung und zugleich Ansporn, die historische Bildungsarbeit im Roten Kreuz weiter zu stärken und sichtbar zu machen.“

Wissenschaftliche Aufarbeitung als zweiter Schwerpunkt

Neben dem Museum wurde auch die Schweizer Historikerin Yvonne Aregger ausgezeichnet. In ihrer Masterarbeit an der Universität Bern untersuchte sie die Kriegserfahrungen deutscher Rotkreuzschwestern an der Ostfront zwischen 1941 und 1945 und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur kritischen Aufarbeitung der Rotkreuzgeschichte während der NS-Zeit.

Gerade die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit schwierigen Kapiteln der eigenen Geschichte sei entscheidend, um Verständnis für die heutige Rolle des Roten Kreuzes zu schaffen und seine humanitären Grundsätze einzuordnen, betonte die Jury.

Erinnerung an die Wurzeln der Rotkreuzbewegung

Der Castiglione-Preis erinnert an die Frauen von Castiglione, die nach der Schlacht von Solferino unter dem Motto „Tutti fratelli – Alle sind Brüder“ Verwundeten unabhängig von Herkunft oder Zugehörigkeit halfen. Ihr Einsatz gilt als prägend für die Entstehung der internationalen Rotkreuzidee.

Mit dem Castiglione-Preis würdigt das Deutsche Rote Kreuz Menschen und Institutionen, die sich der Erforschung und Vermittlung der Rotkreuzgeschichte widmen. Gerade heute ist es wichtig, die historischen Grundlagen humanitärer Arbeit sichtbar zu machen und zu erklären, warum Neutralität, Menschlichkeit und Unparteilichkeit zentrale Prinzipien der Bewegung sind.

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