„Hitze ist für ältere Menschen weit mehr als ein Komfortproblem. Sie kann zu Dehydration, Kreislaufversagen und im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Situationen führen“, erklärt Ramin Feriduni vom DRK Landesverband Nordrhein. Besonders gefährdet seien Menschen mit Vorerkrankungen, eingeschränkter Mobilität oder Demenz.
In den 63 Einrichtungen der Altenhilfe im DRK-Landesverband Nordrhein mit rund 3.000 Plätzen laufen deshalb bereits zahlreiche Hitzeschutzmaßnahmen. Mitarbeitende kontrollieren Wasservorräte, verdunkeln Räume, lüften in den frühen Morgenstunden, passen Speisepläne an und verlegen Aktivitäten in kühlere Tageszeiten.
Trinken nicht vergessen - eine zentrale Herausforderung
Eine besondere Herausforderung stellt die ausreichende Flüssigkeitsversorgung dar. Anders als jüngere Menschen verspüren viele Seniorinnen und Senioren deutlich weniger Durst. Hinzu kommt, dass manche Menschen das Trinken vergessen oder aus Angst vor häufigen Toilettengängen bewusst weniger trinken.
„Gerade an heißen Tagen müssen wir unsere Bewohner aktiv zum Trinken anleiten und sie dabei unterstützen“, so Feriduni. In einigen Einrichtungen kontrollieren Mitarbeitende stündlich die Zimmer, reichen Getränke oder dokumentieren die Trinkmenge in speziellen Trinkprotokollen. Häufig werden bereits morgens ausreichend Wasser und andere Getränke bereitgestellt, damit jederzeit sichtbar bleibt, wie viel bereits getrunken wurde.
Hitzeschutz gehört inzwischen zum Pflegealltag
Der Klimawandel stellt die Altenhilfe vor neue Herausforderungen. „Heiße Tage sind für unsere Mitarbeitenden längst keine Ausnahme mehr. Wir erleben häufiger, intensiver und länger anhaltende Hitzeperioden. Deshalb gewinnt der Hitzeschutz in unseren Einrichtungen zunehmend an Bedeutung“, erklärt Feriduni.
Auch Angehörige, die ältere Menschen zu Hause pflegen oder betreuen, sollten in den kommenden Tagen besonders aufmerksam sein. Das DRK empfiehlt, regelmäßig und ausreichend zu trinken (möglichst bereits bevor ein Durstgefühl entsteht), Wohnräume kühl zu halten, körperliche Anstrengungen zu vermeiden, leichte Mahlzeiten zu bevorzugen und vor allem auf Warnzeichen wie Schwindel, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme zu achten.
„Der wirksamste Schutz gegen die Folgen extremer Hitze ist Aufmerksamkeit“, betont Feriduni. „Gerade ältere Menschen sind oft darauf angewiesen, dass Angehörige, Nachbarn oder Pflegekräfte rechtzeitig erkennen, wenn sie Hilfe benötigen.“
Hitze-Tipps für Seniorinnen und Senioren in aller Kürze:
Es gibt 6 einfache und hilfreiche Maßnahmen gegen die Hitze:
- Ausreichend Wasser trinken auch bevor das Durstgefühl einsetzt,
- die Wohnung kühl halten,
- im Schatten bleiben,
- Anstrengungen vermeiden,
- leichte Kost essen
- und aufeinander Acht geben.
Wer diese Maßnahmen befolgt, ist gut auf die Hitze vorbereitet.
Pressefoto: © Willing Holtz / DRK
