Rettung aus schwierigem Gelände trainiert
Die hubschraubergestützte Menschenrettung kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Möglichkeiten des Regelrettungsdienstes zum Erreichen oder zum Transport eines Patienten nicht mehr ausreichen, zum Beispiel weil das Gelände zu steil, zu abgelegen oder gar nicht bodengebunden zu erreichen ist, wie es bei Unfällen mitten im Wald oder auch bei Hochwasserereignissen der Fall sein kann. In solchen Fällen werden speziell ausgebildete Einsatzkräfte der Bergwacht per Seilwinde vom Hubschrauber direkt zu den in Not geratenen Personen abgelassen, versorgen und betreuen diese in Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten und evakuieren sie mit Hilfe des Hubschraubers und der Winde. Die hubschraubergestützte Menschenrettung ist in solchen Fällen oft eine sinnvolle Option für eine schnelle, schonende und sichere Rettung.
Während der Übung am Flugplatz Borkenberge in Lüdinghausen wurden unterschiedliche Szenarien durchgespielt: von medizinischen Notfällen im unwegsamen Gelände bis hin zur technischen Rettung unter erschwerten Bedingungen. Ziel war es, die Abläufe weiter zu optimieren und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken. Alle 6 Monate führen die Einsatzkräfte der Bergwacht solche Übungen durch, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Ein besonderer Fokus der Übung lag auf dem reibungslosen Zusammenspiel aller Beteiligten. Gerade bei zeitkritischen Einsätzen ist eine eingespielte Zusammenarbeit entscheidend. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig klare Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und standardisierte Abläufe sind. Nur wenn alle Handgriffe sitzen, kann im Ernstfall schnell und sicher geholfen werden.
Ehrenamt mit hoher Verantwortung
Die Bergwacht leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Rettung von Menschen in schwierig zugänglichen Gebieten, und das ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Einsatzkräfte investieren einen großen Teil ihrer Freizeit in Ausbildung und Übungen wie diese.
Die Anforderungen sind hoch: Neben medizinischem Wissen und technischer Expertise sind körperliche Fitness, Teamfähigkeit und mentale Belastbarkeit gefragt. Regelmäßige Übungen, insbesondere im anspruchsvollen Bereich der Luftrettung, sind daher unerlässlich, um im Ernstfall professionell handeln zu können.
Engagement für die Sicherheit der Bevölkerung
Das Training am Flugplatz Borkenberge zeigt einmal mehr die einzigartigen Fähigkeiten der Bergwacht und ihrer Partnerorganisationen. Das Training verdeutlicht die aufwändige und spezialisierte Ausbildung der Einsatzkräfte, die für solche herausfordernden Einsätze erforderlich ist und nur durch ein sehr hohes persönliches Engagement der Einsatzkräfte möglich ist. Durch dieses Engagement, die Ausbildung und das regelmäßige Training steht die Bergwacht rund um die Uhr bereit, um Menschen dort zu helfen, wo es für die Einsatzkräfte des Regelrettungsdienstes nicht mehr möglich ist.
betont Dr. Harald Quix, Landesleiter Bergwacht im DRK Landesverband Nordrhein.
Hintergrund Bergwacht im DRK Landesverband Nordrhein
Die Bergwacht im Deutschen Roten Kreuz ist spezialisiert auf Einsätze im Gebirge und unwegsamen Gelände. Ihre ehrenamtlichen Mitglieder sind in Notfallmedizin, Berg- und Luftrettung sowie seilunterstützter Rettung ausgebildet. Sie helfen bei Unfällen, suchen Vermisste und retten Menschen aus schwierigen Situationen, im Sommer wie im Winter, oft unter Einsatz von Seilen, Spezialtragen und Hubschraubern.
Im Landesverband Nordrhein gibt es Bergwachten in den DRK-Kreisverbänden Städteregion Aachen, Euskirchen, Oberbergischer Kreis und Düren.











