Mit Rolf Zimmermann verliert das Rote Kreuz eine herausragende Persönlichkeit, die die Idee und die Grundsätze der Rotkreuzbewegung über Jahrzehnte mit großem persönlichem Einsatz gelebt und geprägt hat. Er war ein Mensch der Tat, einer, der anpackte, Ideen entwickelte und sich mit einem „Das geht nicht“ nur selten zufrieden gab.
Eine besondere Bedeutung hatte für ihn die Entwicklung des Vogelsang-Areals. Mit großem Engagement setzte er sich dafür ein, aus einem ehemaligen NS-Standort einen Ort der Begegnung, der Bildung und der internationalen Verständigung zu machen. Das von ihm entscheidend mitgeprägte Rotkreuz-Museum vogelsang ist heute ein Leuchtturm des Roten Kreuzes weit über den Landesverband Nordrhein hinaus. Gemeinsam mit dem Rotkreuz-Campus der Humanität, dem International Peace Camp und weiteren Bildungsangeboten steht es für die Verbindung von Erinnerung, Menschlichkeit, Frieden und Zukunft. Dass die Arbeit des Museums 2023 in einer eigenen Vereinsstruktur dauerhaft gesichert werden konnte, ist auch ein Teil seines Vermächtnisses.
Rolf Zimmermann ging es dabei immer um die Menschen, um friedliches Zusammenleben und um das Verbindende statt des Trennenden. Er verfügte über ein außergewöhnliches Wissen über das Rote Kreuz, seine Geschichte und seine Menschen und gab dieses Wissen mit Begeisterung weiter. Dabei konnte er durchaus beharrlich sein, wenn es ihm um eine Sache ging. Seine Überzeugungen vertrat er direkt, unkompliziert und mit viel Herzblut. Und trotz aller Anerkennung für sein eigenes Wirken wusste er: „Ohne die vielen, die dahinterstehen, kann auch ein Motor nichts ziehen.“
Sein vielleicht persönlichstes Vermächtnis aber ist ein Satz, den er immer wieder sagte: „Das Leben ist schön.“ Es ist ein Satz, der zu Rolf Zimmermann passt und der auch deshalb bleiben wird, weil er sein Wirken treffend beschreibt: zugewandt, lebensbejahend, menschenfreundlich und voller Tatkraft.
Wir werden Rolf Zimmermann in großer Dankbarkeit für sein außergewöhnliches Engagement, seine Ideen, seine Hartnäckigkeit und seine tiefe Verbundenheit mit dem Roten Kreuz ein ehrendes Andenken bewahren. Was er für das Rote Kreuz geleistet hat, sucht seinesgleichen.
Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Familie und seinen Angehörigen sowie allen Menschen innerhalb und außerhalb des Deutschen Roten Kreuzes, die ihm verbunden waren.
Dr. Alexander Schröder-Frerkes
Präsident
DRK Landesverband Nordrhein e.V.
