Erstmals vorgestellt wurde das Fahrzeug am 5. September 2026 im Rahmen des Landesausschusses der Bereitschaften in Vogelsang. Es ist Teil des Aufbaus einer landesweiten Struktur zur Psychosozialen Unterstützung (PSU) und soll künftig bei belastenden Einsatzlagen schnell und flexibel eingesetzt werden können.
Unterstützung nach belastenden Einsätzen
Im DRK Landesverband Nordrhein engagieren sich täglich zahlreiche Ehrenamtliche in den Bereitschaften, der Wasserwacht, der Bergwacht, dem Jugendrotkreuz sowie in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Sie helfen Menschen in Not, betreuen Veranstaltungen, begleiten soziale Projekte und stehen auch in Krisensituationen verlässlich zur Seite. Dabei sind Einsatzkräfte und Mitarbeitende immer häufiger mit psychisch belastenden Situationen konfrontiert. Schwere medizinische Notfälle, Einsätze mit vielen Betroffenen oder zunehmende Gewalt gegenüber Helferinnen und Helfern können erhebliche Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben. Auch Mitarbeitende der Wohlfahrts- und Sozialarbeit erleben regelmäßig belastende Situationen im Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Landesweites PSU-Team im Aufbau
Um Betroffene nach belastenden Ereignissen professionell begleiten zu können, baut der DRK-Landesverband Nordrhein ein ehrenamtliches Fachteam für psychosoziale Akutbetreuung und Einsatzkräftenachsorge auf. Das Team der Landesvorhaltung besteht derzeit aus neun Mitgliedern, darunter ausgebildete PSNV-E-Assistentinnen und -Assistenten sowie psychosoziale Fachkräfte und Psychologen. Sie stehen bereit, um Einsatzkräfte nach belastenden Ereignissen zu unterstützen, Gespräche anzubieten und erste psychosoziale Hilfen zu leisten.
Mobile Anlaufstelle für Betreuung und Nachsorge
Das neue PSU-Fahrzeug wurde speziell für diese Aufgabe ausgestattet. Es dient nicht nur dem Transport von Fachpersonal und Material, sondern bietet auch einen geschützten Raum für vertrauliche Gespräche direkt am Einsatzort. Zur Ausstattung gehören unter anderem:
- Kommunikationsmittel
- PSU-Rucksack
- Handwaschbecken
- Kaffeemaschine und Kühlbox
- Standheizung und Klimaanlage
- Erste-Hilfe-Ausstattung inklusive Defibrillator
- Materialien zur Stressbewältigung und Betreuung von Einsatzkräften
- Blickdichte Scheiben und Sitzgelegenheiten für vertrauliche Gespräche
So kann den Betroffenen zeitnah und in einem geschützten Umfeld Unterstützung angeboten werden.
Ehrenamtliches Engagement macht das Projekt möglich
Ein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Kräften des DRK-Landesverbandes Nordrhein, die den Umbau des Fahrzeugs mit ihrem Fachwissen und großem Engagement maßgeblich unterstützt haben. Durch ihren Einsatz konnte das Projekt ressourcenschonend und wirtschaftlich umgesetzt werden.
Mit dem neuen PSU-Einsatzfahrzeug und dem Aufbau des landesweiten Fachteams setzt der DRK Landesverband Nordrhein ein wichtiges Zeichen für die Fürsorge und Wertschätzung seiner Einsatzkräfte. Denn wer anderen Menschen in schwierigen Situationen hilft, braucht selbst verlässliche Unterstützung, wenn belastende Erlebnisse verarbeitet werden müssen.
Das Projekt wurde aus Mitteln der GlücksSpirale gefördert.




