·

Austausch, Expertise und neue Impulse: Treffen der DRK-Konventionsbeauftragten

Düsseldorf, 21.11.2025. Am 20. und 21. November 2025 fand in Düsseldorf das jährliche Treffen der Konventionsbeauftragten des Deutschen Roten Kreuzes statt. Organisiert vom DRK-Generalsekretariat in Zusammenarbeit mit dem DRK Landesverband Nordrhein brachte die Veranstaltung über 50 Konventionsbeauftragte aus ganz Deutschland zusammen. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen im Humanitären Völkerrecht zu beleuchten und die Verbreitungsarbeit im Verband weiter zu stärken.

Austausch auf allen Ebenen des Verbandes

Konventionsbeauftragte aus Kreis-, und Landes- und der Bundesebene nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Durch ihre Tätigkeit tragen sie wesentlich dazu bei, das Humanitäre Völkerrecht und die Grundsätze der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung im Verband und in der Öffentlichkeit zu vermitteln. „Denn das Humanitäre Völkerrecht kann nur wirken, wenn es auch bekannt ist und bekanntgemacht wird“, hob Dr. Dieter Weingärtner, Bundeskonventionsbeauftragter des Deutschen Roten Kreuzes eingangs hervor. 

Fachvorträge zu aktuellen Themen des humanitären Völkerrechts

Michael Sieland, Konventionsbeauftragter des DRK Landesverbandes Nordrhein, begrüßte die Gäste in Düsseldorf. Er richtete in seinem einleitenden Vortrag den Blick auf die rechtlichen Dimensionen der Rotkreuz-Grundsätze und ordnete die Grundsätze im Lichte staatlicher Unterstützungsanforderungen ein.

Dr. Hanna Kaade, Facharzt für Allgemeinchirurgie, lenkte seinen Blick auf den Schutz von humanitärem und medizinischem Personal und Einrichtungen. Der aus Syrien stammende Arzt musste die Gräueltaten des Krieges in seinem Heimatland selbst miterleben. In seinem eindrücklichen Vortrag stellte er unter anderem die ICRC-Initiative „Humanity In War“ vor. Ziel der Initiative ist es unter anderem, das Humanitäre Völkerrecht zu einer politischen Priorität zu machen, die Debatte um die Notwendigkeit, höhere Erwartungen an die Konfliktparteien hinsichtlich der Anwendung des humanitären Völkerrechts zu stellen und einen Prozess zu schaffen, Herausforderungen des Humanitären Völkerrechts zu erörtern und klare Empfehlungen auszusprechen.

Dr. Katja Schöberl erörterte anschließend Fragestellungen rund um den Schutz und die Dokumentation von Kriegsgefangenen nach dem Humanitären Völkerrecht. Insbesondere nahm sie dabei Bezug auf das Dritte Genfer Abkommen von 1949, das die Behandlung von Kriegsgefangenen regelt. Das Abkommen legt ihre Rechte fest, schreibt detaillierte Regeln für ihre Behandlung vor und regelt ihre Freilassung, um sicherzustellen, dass sie unter allen Umständen menschlich behandelt werden,

Claudia Bliesner lenkte schließlich den Blick auf die Arbeit der Amtlichen Auskunftsbüros, ihre Geschichte, Funktionen, Abläufe und ihre Arbeit. Diese haben im Falle eines internationalen bewaffneten Konflikts die Aufgabe, Informationen über Kriegsgefangene und Zivilinternierte der gegnerischen Partei zu erfassen und weiterzuleiten. Damit sollen die beteiligten Konfliktparteien sicherstellen, dass betroffene Familien Auskünfte über die Schicksale von vermissten Angehörigen erhalten.

Workshop zur Verbreitungsarbeit

Ein Schwerpunkt lag am zweiten Tag auf vier Workshops zur Verbreitungsarbeit. Die Teilnehmenden arbeiteten in Kleingruppen zu Zielgruppen der Verbreitungsarbeit (Allgemeine Öffentlichkeit / DRK-Ehren- und Hauptamtliche / Politik und Verwaltung / Kinder und junge Erwachsene). Im Mittelpunkt standen Fragen zur Vermittlung des Humanitären Völkerrechts: Welche Inhalte benötigen verschiedene Zielgruppen? Wie gelingt es, komplexe Themen verständlich zu vermitteln? Welche Methoden und Medien funktionieren besonders gut?

Bedeutung für die strategische Arbeit des DRK

Das Treffen in Düsseldorf bot wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Verbreitungsarbeit des DRK. Es zeigte, wie wertvoll der Austausch innerhalb des Netzwerks der Konventionsbeauftragten ist und wie entscheidend ihr Engagement für die Verbreitung der Grundsätze und des Humanitären Völkerrechts bleibt.


Weitere Informationen zur Verbreitungsarbeit im Deutschen Roten Kreuz unter

https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/ueberblick/verbreitungsarbeit-des-drk/