header_Suchdienst_zwei_Motive.jpeg li. Helmuth Pirath/Keystone, re. Marko Kokic/WHO

Der Suchdienst und das Kreisauskunftsbüro des DRK

Der Suchdienst des DRK

Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hilft Menschen, die aufgrund von bewaffneten Konflikten, Katastrophen, Flucht oder Vertreibung den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben, bei ihrer Suche und berät in allen Fragen der Familienzusammenführung.

A.Brockmann/DRK

Um die Vermisstenschicksale aufzuklären, arbeitet der DRK-Suchdienst im Rahmen seines internationalen Suchdienst-Netzwerkes mit Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften weltweit sowie mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zusammen.

Nach Katastrophen oder großen Schadensereignissen innerhalb Deutschlands aktiviert der DRK-Suchdienst seine Kreisauskunftsbüros. Die dort tätigen ehrenamtlichen Helfer sammeln Informationen über verletzte, evakuierte sowie anderweitig betroffene Personen und erteilen Auskünfte an suchende Angehörige über deren Aufenthaltsort.

Das Kreisauskunftsbüro

Das Amtliche Auskunftsbüro des DRK-Suchdienstes hilft Angehörigen in bewaffneten Konflikten und bei Katastrophen.

Humanitäre Aufgaben im bewaffneten Konflikt

Das humanitäre Völkerrecht, abgeleitet aus den Genfer Abkommen, stellt Regeln der Menschlichkeit im bewaffneten Konflikt auf. Das Leiden der Opfer kann es nicht gänzlich verhindern, aber doch die Staaten seinen Maßstäben entsprechend bindend verpflichten. Damit gewährleistet das humanitäre Völkerrecht den Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an den Feindseligkeiten teilnehmen (Verwundete, Gefangene und Zivilisten) und legt den konfliktführenden Parteien Beschränkungen hinsichtlich Art und Weise der Kriegsführung auf. Insbesondere Kriegsgefangene und zivilinternierte Personen sind im Ausnahmezustand eines bewaffneten Konfliktes oftmals schutzlos; sie benötigen daher die Unterstützung des Roten Kreuzes.  

Katastrophen und Großschadenslagen

Das Amtliche Auskunftsbüro des DRK übernimmt auch das so genannte Auskunftswesen bei Katastrophen und größeren Schadenslagen.

Dies ergibt sich aus der humanitären Rolle des DRK als nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland innerhalb der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sowie als freiwillige Hilfsgesellschaft der deutschen Behörden im humanitären Bereich gemäß § 1 DRK-Gesetz.

Operativ-taktisch sind mit dieser Aufgabe die DRK-Landes- und Kreisverbände als Landes- und Kreisauskunftsbüros des DRK betraut. Hierfür organisieren sie im Schadensfall eine so genannte Personenauskunftsstelle, die Informationen zu Verletzten bzw. unverletzten Personen sammelt und Auskünfte gegenüber besorgten Angehörigen erteilt.

Um im Suchdienst tätig zu werden, besteht die Möglichkeit einer freien Mitarbeit oder einer Fachdienstausbildung.

Freie Mitarbeit

Voraussetzungen für eine freie Mitarbeit im Suchdienst sind der erfolgreiche Abschluss eines Rotkreuzkurses Erste Hilfe sowie der Besuch des Rotkreuz-Einführungsseminars.

Die Unterweisung und Einweisung in die konkrete Aufgabe erfolgt vor Ort durch die Leitung des Kreisauskunftsbüro. 

Fachdienstausbildung

Um im Suchdienst tätig zu werden, besteht die Möglichkeit einer Fachdienstausbildung. Die Ausbildung gliedert sich in 5 Module:

  • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 1. Grundlagen der Suchdienstarbeit.

    Inhalt:

    • Geschichte, Aufgaben und Strukturen des Suchdienstes
    • Einbindung des Suchdienstes in die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung
    • Einbindung des Suchdienstes in das Deutsche Rote Kreuz
    • Mitwirkung des Suchdienstes im DRK-Hilfeleistungssystem
    • Suchdienst im Konflikt und in der Katastrophe
    • Datenschutz: Umgang mit Personendaten 

    Voraussetzungen:

    Termine und Anmeldung:

    Online-Anmeldung

  • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 2. Arbeit in der Auskunftsstelle

    Inhalt:

    • Organisation der Personenauskunftsstelle:
      • Einrichtung und Arbeitsabläufe
      • Alarmierung
      • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
    • Registrierung von Betroffenen und Helfern
      • Registrierung am Einsatzort und Umgang mit den Registriermedien
    • manuelle Datenverarbeitung
      • Funktionsweise der Katastrophen-Datei

    Voraussetzungen:

    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 1

    Termine und Anmeldung:

    Online-Anmeldung

  • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 3. Elektronische Datenverarbeitung im Suchdienst

    Inhalt:

    • Systemüberblick zur Studiensoftware Xenios und zur Software im Katastrophenschutz NRW GSL.net
    • Einsatz und Anwendung:
           - der Software Xenios
           - der Software GSL.net
    • Umgang mit der Software
           - Dateneingabe
           - Datenbearbeitung
           - Datenauswertung

    Voraussetzungen:

    • Fachdienstausbildung Modul 1
    • Fachdienstausbildung Modul 2

    Termine und Anmeldung:

    Online-Anmeldung

  • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 4. Umgang mit Betroffenen

    Inhalt:

    • Kommunikation mit Angehörigen in der persönlichen/telefonischen Annahme von Suchanträgen
    • Umgang mit Gesprächspartnern in Ausnahmesituationen
    • Aspekte im Umgang mit belastenden Ereignissen
           - Stressmodelle
           - Selbstreflektion
           - Beältigungsstrategien

    Voraussetzungen:

    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 1
    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 2

    Termine und Anmeldung:

    Online-Anmeldung

  • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 5. Planspiel / Übung

    Inhalt:

    • Umsetzung der erworbenen Kenntnisse in den Modulen 1 bis 4 der Fachdienstausbildung "Suchdienst" in einem Einsatzszenario

    Voraussetzungen:

    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 1
    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 2
    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 3
    • Fachdienstausbildung Suchdienst - Modul 4

    Termine und Anmeldung:

    Online-Anmeldung