Simon Jägersküpper: Einsatz in den Ferien

Zwei Wochen seines Sommerurlaubes verbringt Simon Jägersküpper im Haus des Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel. Dort organisiert und gestaltet er zusammen mit vier Betreuern erlebnisreiche Ferienfreizeiten für Kinder mit Behinderungen.

„Betreuer für Ferienfreizeiten mit Behinderten gesucht!“ Als die E-Mail des DRK-Landesverbandes Nordrhein in der Hochschule Arnheim-Nimwegen in Holland die Runde machte, las sie auch der Sozialpädagogikstudent Simon Jägersküpper. Er meldete sich sofort.

„Ich wollte gerne wieder mal mit Kindern arbeiten. Während meines Studiums war ich ausschließlich in einem Wohnheim für Erwachsene mit geistigen Behinderungen tätig.“ So kam der 26-Jährige vor drei Jahren eher zufällig zum DRK. Seitdem gehört er zu den rund 80 Jugendrotkreuz-Betreuern des Landesverbandes Nordrhein, die jährlich für zwei bis drei Wochen Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche vorbereiten und managen. Jeden Sommer freut sich Jägersküpper auf die Kinder und sein Team.

Neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern mit Behinderungen ist er als Leiter der Ferienfreizeit vor allem zuständig für die Finanzen: Er verwaltet das Taschengeld der Kinder und macht die Schlussabrechnung mit dem Landesverband. Er spricht mit den Eltern, falls Probleme auftauchen, dokumentiert Vorfälle und verfasst Protokolle. Dennoch: Jägersküpper sieht sich nicht als „Oberchef“, darauf legt er großen Wert. „In der Arbeit mit den Kindern sind wir im Team alle gleich kompetent und verlassen uns aufeinander.“

Von morgens sieben Uhr bis Mitternacht sind Jägersküpper und seine Teamer auf den Beinen. Basteln, Spielen, Batiken, Picknick und Tagesausflüge – von Tag zu Tag entscheiden sie, was auf dem Programm steht und haben dabei immer das Wetter und die Wünsche der Kinder im Blick. „Die ganze Zeit mit Menschen zusammen zu sein, sowohl im Team als auch mit den Kindern, die viel fordern, ist zwar stressig“, sagt Jägersküpper, „aber dafür gibt es die vielen überraschenden und entspannenden Momente, die wir alle gemeinsam erleben: wenn die Kinder anfangen Aufgaben zu übernehmen, sich gegenseitig helfen, beispielsweise den Rolli zu schieben oder den Bollerwagen mit dem Proviant ziehen.“

200 Kinder und Jugendliche mit Handicap fahren jährlich mit dem Jugendrotkreuz Nordrhein in Urlaub – ob nach Bad Münstereifel, an die Ostsee oder zu den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. „Auch für Kinder und Jugendliche mit geistiger oder körperlicher Behinderung ist es wichtig, aus ihrem gewohnten Umfeld herauszukommen und unbeschwerte Ferien erleben zu können. Sie können aufatmen, auftanken, aufblühen.

Sie begegnen anderen, finden vielleicht neue Freunde, erleben ein abwechslungsreiches Programm an spannenden Orten - und all das bei intensiver Betreuung und behindertengerechter Unterbringung“, sagt Frank Danscher, Abteilungsleiter im JRK. Die Ferienfreizeiten werden alle von Ehrenamtlichen begleitet - meist junge Frauen und Männer, die bereits mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet haben. Aber auch ohne Vorerfahrungen ist es möglich, Teamer einer Ferienfreizeit zu werden. „Alles lässt sich lernen“, erklärt Jägersküpper. Außerdem: „Die Kinder haben keine Scheu, kommen auf einen zu und sagen, was sie brauchen. Außerdem werden die Betreuerinnen und Betreuer in verschiedenen Wochenendseminaren auf ihren ehrenamtlichen Einsatz vorbereitet.“

Die Zukunft der Ferienfreizeiten ist für Jägersküpper ein wichtiges Thema und deshalb engagiert er sich auch in der Projektgruppe „Ferienfreizeiten“ des DRK-Landesverbandes. Die Gruppe entwickelt neue Ideen und Konzepte, um die Ferienangebote für Kinder und Jugendliche noch zu optimieren und möglichst viele Teilnehmer zu gewinnen. Jägersküppers Bindungen zum DRK-Landesverband sind mit seinem ehrenamtlichen Engagement immer intensiver geworden. Da lag es nahe, als er einen Auftraggeber für das Projekt seiner Diplomarbeit suchte, beim DRK anzufragen. „Man engagiert sich ehrenamtlich und erhält dafür Vertrauen und die Chance im DRK neue Aufgaben zu übernehmen. Das ist ein Geben und Nehmen“, freut sich der Sozialpädagoge.

Zusammen mit vier Kommilitonen erstellte er für den Landesverband ein erlebnispädagogisches Konzept, das im Jugendrotkreuzhaus in Bad Münstereifel umgesetzt wurde. „Wir haben Spiele zusammengestellt, die Materialien dafür eingekauft und das Außengelände mithilfe von vielen Partnern entsprechend umgebaut. Damit die Teamer das Ganze auch sicher nutzen können, haben wir dazu auch Fortbildungen veranstaltet.“

Seit Ende Juni hat Simon Jägersküpper sein Diplom in der Tasche und ist offen für neue berufliche Aufgaben. Erfahrungen hat er schon gesammelt. Als Referent für Behinderten- und Erlebnispädagogik gibt er sein theoretisches und praktisches Wissen weiter an die Jugendlichen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK absolvieren. Fest steht für ihn nur: Es darf kein reiner Bürojob sein.

Text: Barbara Dreifert

Weitere Informationen:

Ferienfreizeiten des Jugendrotkreuzes

Das Jugendrotkreuz in Nordrhein

 
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