Jacqueline Schall: Ein Jahr mit viel Verantwortung

Jacqueline Schall absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Jugendrotkreuz in Nordrhein. Die 20-Jährige Abiturientin plant und organisiert den Einsatz des Body&Grips-Mobils, einem Aktionsangebot für Schülerinnen und Schüler rund um das Thema Gesundheit.

Text: Barbara Dreifert, Foto: Thorsten Kleemann
Seit 7 Uhr morgens steht Jaqueline Schall mit einem bunt beklebten Kleinbus, dem BodyGrips-Mobil, auf dem Schulhof einer Kölner Hauptschule. Zusammen mit einem weiteren Rotkreuzhelfer entlädt sie Holzgerüste, Bildtafeln, Seile, Augenbinden und Gläser, gefüllt mit Müsli, Nüssen und Trockenobst. Alle diese Dinge baut sie mit den Lehrern zu einem Parcours auf, den die Schülerinnen und Schüler später durchlaufen werden. Jede Station bietet einen besonderen Anreiz, sich aktiv und kreativ mit dem eigenen Körper, der Umwelt und dem Gesundheitsverhalten auseinander zusetzen.

Seit November 2007 leitet Jacqueline Schall die Einsätze des Body&Grips-Mobils. Die 20-Jährige tut das im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), das sie beim Jugendrotkreuz Nordrhein in Düsseldorf absolviert. „Ich verschicke Informationen an Jugendämter und Schulen, beantworte die Anfragen von Lehrern, vereinbare Termine und organisiere den Einsatz“, erzählt Jaqueline. „Vor Ort erkläre ich den Helfern, wie der Ablauf funktioniert und achte darauf, dass alles reibungslos läuft.“ Sie ist stolz darauf, so eigenverantwortlich arbeiten zu können.

Es ist muckmäuschenstill als Jaqueline um 8 Uhr den 60 Schülern erklärt, was sie in den nächsten Stunden erwartet. Das Reden vor der Gruppe macht ihr wenig aus. Mit einem lauten „Alles klar? Dann geht’s los!“ gibt sie den Startschuss und die Jungen und Mädchen laufen zu den Stationen. Jaqueline hat gern mit Menschen zu tun, vielleicht weil sie mit vier Geschwistern groß geworden ist. „Ich will einen Beruf ergreifen, in dem ich Menschen helfen kann.“ Sie steckte noch mitten in den Abiturprüfungen, als sie daran dachte, nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Roten Kreuz zu absolvieren.

„Das DRK ist groß und hält viele spannende Aufgaben bereit. Außerdem will ich unbedingt Soziale Arbeit an der Fachhochschule in Düsseldorf studieren und dafür muss ich ein einjähriges Praktikum vorweisen.“ Jaqueline bewarb sich im Internet unter www.jrk-nordrhein.de/fsj.php und gab in dem Bewerbungsformular an, dass sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte. Sie wurde zu einem Gespräch eingeladen und gerne genommen.

„Was so wirklich auf mich zukommt, wusste ich anfangs nicht, obwohl ich schon ahnte, dass es eine anspruchsvolle Aufgabe sein wird.“ Als erstes musste sie das Body&Grips-Mobil aus Münster abholen. „Als ich das Foto von dem Bus sah, habe ich kurz geschluckt. So ein großes Auto bin ich noch nie gefahren“, gesteht sie. Inzwischen lenkt sie den Bus routiniert zu den Einsatzorten. „In den vergangenen vier Monaten bin ich persönlich gewachsen und selbstsicherer geworden“, sagt Jaqueline. „Ich habe viele Kollegen kennen gelernt und mir einiges von ihnen abgeschaut. Die praktischen Erfahrungen, die ich während des Freiwilligen Sozialen Jahres beim Jugendrotkreuz sammle, werden mir später im Beruf zugute kommen. Außerdem bin ich jetzt sicher, was meine Berufswahl betrifft. Auch die in das Jahr integrierten FSJ-Seminare geben mir viele Impulse“.

Mit 30 anderen FSJ’lern des DRK nimmt Jaqueline daran teil und tauscht sich mit ihnen aus. Die Themen wählt die Gruppe selbst aus: Nähe und Distanz, Tod und Sterben, aber auch Entspannung und Massage. Bis Ende September 2008 wird Jaqueline das Body&Grips-Mobil noch leiten, dann beginnt sie mit ihrem Studium. Im Sommer wird sie das Projekt auf der Jugendmesse „respect our future“ in Duisburg vorstellen. An den Vorbereitungstreffen der teilnehmenden Jugendverbände nimmt sie selbstverständlich als Vertreterin des Jugendrotkreuzes teil.

„Herzlichen Glückwunsch, ihr habt die Mutprobe geschafft“, lobt Jaqueline die Schüler, die gerade ihren Drahtseilakt auf einer aufgeklebten Linie sowohl mit Augenbinde als auch mit einem Rucksackbauch gemeistert haben. Sie sammelt alle Utensilien ein, bevor die Gruppe zur Ernährungspyramide entlassen wird. Gegen 13 Uhr haben alle Schüler die Stationen durchlaufen und dabei viel Spaß gehabt. Die Lehrer möchten den Tag im Unterricht noch nachbereiten. Jaqueline überprüft beim Einladen die Stationsmaterialien und macht sich zufrieden auf den Rückweg nach Düsseldorf.

Weitere Informationen:
Im Freiwillligen Sozialen Jahr (FSJ) beim Deutschen Roten Kreuz können junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren das Arbeitsleben z.B. in Krankenhäusern, Altenheimen, Sozialstationen, Behinderten-, Kinder- und Jugendeinrichtungen kennen lernen. Sie nehmen außerdem an Persönlichkeitsbildenden Seminaren teil. Das DRK bietet jährlich etwa 1.500 Einsatzplätze an. Der freiwillige Einsatz kann helfen, sich über den zukünftigen beruflichen Weg klar zu werden. Zudem wird das FSJ als Vorpraktikum anerkannt. Für ihren Einsatz erhalten die FSJ’ler eine Pauschale für Unterkunft und Verpflegung.
Mehr Informationen gibt es im Internet unter
http://www.jrk-nordrhein.de/fsj.php

Das Body & Grips-Mobil ist ein mobiles Informations- und Aktionsangebot des Jugendrotkreuzes in Zusammenarbeit mit der BARMER und der Aktion Mensch, das Kindern und Jugendlichen den Gedanken der ganzheitlichen Gesundheitsförderung nahe bringen will. Es kann in Schulen und in der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt werden bei Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung, Projekten zur Gesundheitserziehung und Aktionen rund um das Thema Gesundheit.
Das BGM richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 11-16 Jahren. Es hat 15 Stationen mit den inhaltlichen Bausteinen "Bewegung", "Ernährung", "Ich & Du", "Sexualität" und "Sucht" und wird ab Januar 2008 zur Verfügung stehen. Zu den Einsätzen kommen wir mit 2 Personen brauchen aber zusätzlich noch HelferInnen die die Stationen betreuen.
Pro Einsatz kostet das BGM 150 Euro (für die Kreisverbände 75 Euro), Anfahrtskosten inklusive.
Mehr Informationen gibt es hier.

 
Kontrast: Kontrast
Zoom: kleinmittelgroßsehr groß
Drucken: drucken

Kontakt

DRK-Landesverband Nordrhein e.V.

Auf'm Hennekamp 71
40225 Düsseldorf
Tel. 0211/3104-0
Fax. 0211/3104-188

DRK vor Ort

Angebotsseiten
Adressseiten

Folgen Sie dem DRK!