Sauberes Wasser ist der Schlüssel
Carsten Bußkamp, Rotkreuzhelfer aus Dingden bei Wesel, war Mitte Dezember 2008 mit einer DRK-Delegation nach Afrika geflogen, um im von der Cholera betroffenen Simbabwe eine Trinkwasseranlage aufzubauen.
Der Kampf gegen die Cholera in Simbabwe bleibt mühsam. Die Teams der sieben mobilen Nothilfe-Einheiten des Roten Kreuzes aus Europa und Japan arbeiten rund um die Uhr mit den einheimischen Kräften daran, die Epidemie in den Griff zu bekommen. Unter ihnen Carsten Bußcamp, Rotkreuzhelfer aus Dingden bei Wesel.
Zusammen mit einem deutsch-österreichischen Expertenteam hat er Teile der WatSan 40 – einer Trinkwasseraufbereitungsanlage – am Rande eines Stausees vor der Stadt Gweru, dreieinhalb Stunden Fahrt südlich von Harare aufgebaut. Nun kann das städtische Wasserwerk das Wasser in der Anlage reinigen lassen. 600.000 Liter Wasser mehr am Tag können so der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Und es werden einheimische Rotkreuz-Kräfte für den Betrieb der Anlage ausgebildet, wenn die Deutschen und Österreicher wieder abreisen.
Der Hintergrund: Die Cholera-Erreger verbreiten sich leicht über verschmutztes Wasser. Nach Angaben der WHO ist die Seuche in zehn Provinzen aufgetreten und fordert täglich Opfer, bisher sind über 1700 Menschen an Cholera gestorben und rund 34.000 infiziert.
„Sauberes Wasser ist der Schlüssel, um soviel Leid und Elend zu verhindern“, sagt Carsten Bußcamp. In Deutschland arbeitet er beim Wasserwerk. Er kennt sich also gut aus. Und da ist er in Simbabwe schon manchmal entsetzt, in welchem Zustand die Wasserversorgung nach Jahrzehnten des wirtschaftlichen Niedergangs ist. Wasserwerke müssen oft den Betrieb einstellen, weil keine Chemikalien zur Desinfektion mehr vorhanden sind. Und wenn Rohre jahrelang nicht mehr durchspült werden, bricht auch das Abwassersystem zusammen.
Carsten Bußkamp war schon in Indonesien und Pakistan. In Simbabwe war es trotzdem noch einmal neu für ihn, die krassen Unterschiede zwischen arm und reich zu erleben. Während vor der Bank Menschenschlagen darauf warten, das fast wertlose Geld abzuholen, steht gegenüber ein Rolls Royce Silver Claire für eine Hochzeitgesellschaft bereit. „Man muss das so nehmen wie es ist, aber es fällt mir nicht leicht.“
Nach dem Aufbau der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Gweru fuhren Carsten Bußcamp und das Expertenteam nach Kadoma, einer Stadt rund anderthalb Stunden Fahrt südlich von Harare gelegen, um dort bei einem Cholera Behandlungszentrum Wassertanks mit 11.000 Liter Wasserinhalt zu errichten. Das Zentrum besteht aus sechs Zelten, in denen jeweils 15 bis 20 an Cholera erkrankte Menschen behandelt werden. Bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts können Betroffene durch die Brech-Durchfallerkrankung an einem Tag verlieren. „Es waren auch sehr viele Kinder darunter. Das Leiden hat mich sehr berührt.“ Begeistert allerdings war er von der Unterstützung der Menschen vor Ort. „Wer konnte, hat mit angepackt und geholfen“, erzählt der 30jährige.
Am 12. Januar kehrte der Rotkreuzhelfer nun nach Hause zurück. „Es war mein zweites Weihnachten und Silvester im Ausland“, erzählt Carsten Bußkamp, der im letzten Jahr geheiratet hat und die Feiertage gern mit seiner Frau verbracht hätte, „Aber so ist das halt“, sagt er und zuckt mit den Schultern. „Ich habe die Ausbildung für solche Einsätze beim Roten Kreuz ja gemacht, weil ich helfen will.“
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