Den Helfern helfen – Einsatzkräftenachsorge beim DRK
Düsseldorf, 29.7.2010. „Da ist nur Trauer“, sagt Kai Usche. Auch Tage nach dem Unglück auf der Loveparade fehlen dem DRK-Helfer aus Duisburg noch die Worte. Er und seine Kollegen haben Schlimmes gesehen und erlebt. Und doch haben sie in dem Moment, als es darauf ankam, den Verletzten professionell geholfen. „Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll“, so Usche. „Da klickt etwas im Kopf um und dann machen wir einfach das, wofür wir ausgebildet sind.“ Erst nach und nach gerät das Unglücksgeschehen ins Bewusstsein. Kai Usche und seine Kollegen blieben mit den belastenden Erfahrungen jedoch nicht allein. Wer wollte, konnte am Dienstagabend an einem so genannten Debriefing teilnehmen. Darunter versteht man strukturierte Gruppengespräche, die dazu dienen, das Erlebte zu verarbeiten. Angeboten wurde es vom NRRW, dem interkommunalen „Nachbereitungsteam Rhein-Ruhr-Wupper“ aus Rettungsdienstlern, Einsatzkräften der Feuerwehr sowie psychosozialen Fachräften. Das Erlebte in Worte fassen „Die Helfer erfahren, dass sie nicht alleine sind mit ihren Gefühlen, sondern dass es anderen ähnlich geht“, so Karutz. „Das Erlebte in Worte zu fassen, hilft zudem, die Dinge zu verarbeiten.“ Karutz weiß, wovon er spricht, denn der Diplom-Pädagoge ist selbst als Rettungsassistent für das DRK im Einsatz. Die Teilnahme am Debriefing war freiwillig. „Aber es waren trotzdem fast alle da.“ Kollegiale Ansprechpartner Neben den Teams der Kirchen oder Kommunen, mit denen das DRK kooperiert, sind es vor allem die so genannten „Kollegialen Ansprechpartner“, die das Rote Kreuz in Nordrhein seit Anfang dieses Jahres ausbildet, denn: „Wir haben die Erfahrung gemacht: Die wichtigste Hilfe ist die Kollegenhilfe.“ Die Kollegialen Ansprechpartner sind den Helfern vertraute Personen, die selbst über Einsatzerfahrung verfügen und mit ihrer Zusatzausbildung in psychosozialer Unterstützung ihren Kameraden beistehen können. Dies ist aber nur ein Baustein im Konzept der Einsatzkräftefürsorge des DRK-Landesverbandes Nordrhein. Informationen über Reaktionen nach belastenden Einsätzen sind bereits Bestandteil der Helfergrundausbildung. Darauf bauen weiterführende Fortbildungen auf (Schaubild). Merkblatt für Helfer „Erst nach und nach lässt man das Unglücksgeschehen an sich heran, und es entstehen dann nicht selten sehr starke Emotionen, vor allem Angstgefühle, wenn das Geschehen innerlich wiedererlebt wird“, heißt es in dem Flyer. Vor dem Hintergrund der starken Belastungen seien sie jedoch durchaus verständlich. „Es sind keine unnormalen Reaktionen, sondern normale Reaktionen auf außergewöhnliche Ereignisse.“ Weitere Informationen |





