Haiti: Rettungshundeteams des Roten Kreuzes helfen/n-tv berichtet von einer Übung
Düsseldorf/Krefeld, 15.1.2010. Um Verschüttete nach einem Erdbeben noch lebend auffinden zu können, sollten Rettungshundeteams innerhalb von 36 Stunden vor Ort sein. „Danach wird es kritisch“, weiß Hans Dieter Vey, Leiter Rettungshundewesen im DRK-Landesverband Nordrhein. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat deshalb vor allem Rettungshundeteams aus den USA und anderen benachbarten Länden nach Haiti geschickt. „Aufgrund der geografischen Nähe waren sie schnell vor Ort. Sie sind bereits in vollem Einsatz.“ Doch auch Rotkreuzgesellschaften aus Europa sind in die Haiti-Hilfe eingebunden: Das Deutsche Rote Kreuz sendet eine mobile Gesundheitsstation ins Krisengebiet, die Schwestergesellschaft in Österreich sorgt für eine funktionierende Trinkwasseraufbereitung und Norwegen schickt ein Krankenhaus – um nur einige Beispiele zu nennen. Für die 46 DRK-Rettungshundeteams im Landesverband Nordrhein ist das aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Sie trainierten heute das Auffinden von Verschütteten auf einem Trümmergelände des Technischen Hilfswerks (THW) in Krefeld und wurden dabei von einem n-tv-Filmteam begleitet. Halbstündlich berichtete Moderatorin Marie Görtz vom Übungsgelände. Die Live-Schalten waren eingebettet in die aktuelle n-tv-Berichterstattung über die internationale Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti. Dadurch machte der Sender deutlich, wie die Rettungshundeteams aktuell in Haiti arbeiten. Denn die Ausbildung der Tiere und Hundeführer sowie die Anforderungen an sie sind innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sehr ähnlich. n-tv-Moderatorin Marie Görtz zeigte sich beeindruckt: „Wie vielseitig das ist, hätte ich nie gedacht.“ Spielerisch motivieren Was so niedlich und herzerwärmend aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. „Allein im letzten Jahr hatten wir in Nordrhein 40 Einsätze“, berichtet Hans-Dieter Vey. Meist sind es so genannte „Flächensuchen“, also Suchen von vermissten Personen in unwegsamem und unübersichtlichem Gelände. Immer wieder aber gilt es, auch Menschen unter Gebäudetrümmern aufzufinden – wie beim Einsturz des Stadtarchivs in Köln. Das THW-Gelände in Krefeld bietet dafür ein optimales Übungsfeld. Zwischen schneebedeckten Sträuchern und Bäumen ragen Zementblöcke und rostige Stahlträger hervor. „Das sieht alles aus, als wäre einfach alles kaputt und wüst“, erzählt Sascha Bömken, Pressesprecher des THW-Ortsverbandes Krefeld. „Aber es war viel Arbeit, alles so herzurichten.“ Unter den Überresten ehemaliger Häuser und Schuppen im Krefelder Gewerbegebiet an der Siempelkampstraße haben THW-Helfer eine Trümmerspinne angelegt, ein System unterirdischer Gänge und Räume, in denen sich Personen verstecken können, um von den Hunden gefunden zu werden. „Für uns ist es sehr wichtig, immer wieder neues Gelände zur Verfügung gestellt zu bekommen, auf dem wir trainieren können“, sagt Ulrike Ernst. Denn die Rettungshundeteams müssen alle möglichen denkbaren Szenarien durchspielen, um für den Ernstfall optimal vorbereitet zu sein. „Wir sind dabei dringend auf die Hilfe der Öffentlichkeit angewiesen.“ Ein Haus, das zum Abriss freigegeben wird, ein Waldstück, in dem die Teams üben können, das Gelände eines Natursteinverarbeitenden Betriebes – all das sind hervorragende Übungsgelände, auf deren Bereitstellung die ehrenamtlichen Einsatzkräfte angewiesen sind. „Deshalb sind wir auch sehr dankbar, dass uns das THW dieses Gelände für die Übung überlässt.“ Und nicht nur das: Zahlreiche THW-Helfer unterstützten die Übung tatkräftig und halfen bei der „Rettung“ des Verletztendarstellers, dessen Versteck die Hunde aus den Verstecken durch lautes Bellen anzeigten. Mehr als ein Hobby „Wer in einer DRK-Rettungshundestaffel mitmachen möchte, muss wissen: Es ist mehr als ein Hobby“, so Ulrike Ernst. „Zehn Stunden pro Woche sind da absolutes Minimum.“ Dazu kommen alle drei Monate Übungen mit anderen DRK-Kreisverbänden oder Hilfsorganisationen, theoretische Fortbildungen und natürlich Einsätze. Sandra Schlaugat aus Krefeld war im letzten Jahr bei 18 Einsätzen dabei – das letzte Mal an Silvester. „Da klingelte um 23 Uhr das Telefon.“ Spaß macht es ihr trotzdem. „Man muss einfach mit dem Herzen dabei sein“, sagt sie. Kein Wunder also, dass bei der Übung an diesem verschneiten Freitag alle guter Laune waren – auch wenn sich die Kälte über die vielen Stunden langsam selbst durch die dickste Kleidung fraß. Großen Anteil daran hatten Malte Pütz und Michael Niemczyk vom Technischen Dienst des DRK-Kreisverbandes Köln. Sie errichteten ein beheizbares Zelt, in dem sich Helferinnen und Helfer sowie Filmteam bei Kaffee, Tee und Schokoriegeln wärmen konnten. „Wenn die Hundestaffel ausrückt, sind wir vom Technischen Dienst immer mit dabei“, so Michael Niemczyk. Weitere Informationen
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![]() Das n-tv-Filmteam berichtete halbstündlich von der Übung der Rettungshundestaffeln im DRK-Landesverband Nordrhein auf dem THW-Trümmergelände in Krefeld. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Volle Konzentration: DRK-Rettungshundeteam bei der Übung in Krefeld am 15.1.2010. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Helfer des THW helfen bei der Rettung des Verletztendarstellers Ralf Wilkens. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Erfahrungsaustausch: DRK-Helfer bei einer Pause während der Übung. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Gute Stimmung: Helfer des Technischen Dienstes des DRK-Kreisverbandes Köln und des THW Krefeld (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() n-tv-Moderatorin Marie Görtz interviewt Hans-Dieter Vey. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Volle Konzetration: Rettungshundeteam bei der Übung in Krefeld am 15.1.2010. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) ![]() Gefunden: Rettungshund zeigt durch lautes Bellen an, dass er eine verschüttete Person gefunden hat. Foto: DRK/Oliver Pleiß (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) |










